Etappe 7

Von Santiago nach Fisterra

Heute geht es auf das letzte Stück des Camino: zum Kap Finisterre. Früher gingen die Pilger dieses letzte Stück, um ihre Schuhe und ihre Kleider, die sie auf dem Weg getragen hatten, in das Meer zu werfen.


©Barbara Fohrer

Die Strecke führt uns zunächst nach Padrón, einem kleinen Städtchen ohne große Reize.

ABER: Das am Río Ulla gelegene Padrón hieß unter den Römern Iria Flavia. Hier soll – so sagt die Legende – das Engelsschiff mit den sterblichen Überresten des Jakobus angelegt haben und an einem worden sein. Und genau Stein befestigt diesen Stein kann man heute unter dem Altar der Santiago-Kirche am Flussufer, am Ende der schönen Promenade, sehen.


©Barbara Fohrer

Und Padrón hat noch zwei ganz große Persönlichkeiten: Rosalía de Castro (1837-1885), die galicische Dichterin, die als dichtende Frau im Galicien jener Zeit unvorstellbar war, schrieb voller Liebe über die wunderschönen Landschaften ihrer Heimat, aber auch sozialkritisch über das Schicksal der Seefahrer und Auswanderer. Und der große Camilo José Cela, Literatur-Nobelpreisträger von 1989, ein bedeutender Sohn dieser Stadt.

Für uns hat Padrón heutzutage eine kleine Bedeutung: wir können seit zwei, drei Jahren die leckeren pimientos de Padrón bei uns kaufen und rösten, mit Meersalz bestreuen und essen! Nicht verkehrt, ehrlich gesagt!


©Barbara Fohrer

Weiter geht es über Noia mit seiner malerischen Altstadt und den vielen kleinen Bars und Kneipen, wo man im Übrigen hervorragend Empanadas essen kann. Versuchen Sie es einfach mal!

Gleich nach Noia beginnt wohl die malerischste Strecke. Richtung Muros fahren wir entlang von Rías, fjordähnlichen Landschaften. Das malerische Muros ist ein arbeitsreicher Fischerhafen.


©Barbara Fohrer

Vielleicht ist es möglich, in der hufeisenförmigen Bucht von Carnota links der Durchgangsstraße auf der Höhe des kleinen Platzes, in Richtung der an ihrem schlanken Turm ersichtlichen Sta. Columba Kirche hinabzugeben zu dem längsten und schönsten Getreidespeicher (hórreo) aus Granit (18. Jh.). Vielleicht treffen Sie dort eine verhutzelte, kleine Frau in einem schwarzen Kleid mit einem Strohhut – sie erzählt mir jedes Jahr mit Todesmut und –ernst, dass sie 104 Jahre alt ist, jedenfalls tut sie das seit 1999, als ich sie dort das erste Mal traf. Wer weiß, wo sie vorher war, vermutlich musste sie Muscheln sammeln oder war auf dem Feld beschäftigt. Nun gelangen wir zum „Ende der Welt“, dem Cabo Fisterre. Hier spielten sich schon in vorgeschichtlicher Zeit Kulthandlungen ab. Man ging davon aus, hier am Rande der Welt zu stehen, am Ende der Welt. Viele Pilger beteten hier für die abenteuerliche Rückreise in die Heimat.

Die „Costa da Morte“, die Todesküste, wo gefährliche Strömungen und Klippen, Stürme und Schlechtwetter die Schiffe zerschellen ließen, bietet unglaubliche Ausblicke. Manchmal umhüllt dicker Nebel das Kap – und nichts ist zu sehen. Das ist das Wetter in Galizien, feucht, kühl, regnerisch, nebelig.


©Barbara Fohrer

©Barbara Fohrer

©Barbara Fohrer – Am Ende des Wegs

Wir kehren nach Santiago zurück.

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